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 Betreff des Beitrags: Schlechte Laune oder Depression?
BeitragVerfasst: 1. Nov 2012, 21:11 
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"Ich fühle mich heute in so einer depressiven Stimmung." Diesen Satz habt Ihr sicher auch schon gesagt. Doch zwischen einer niedergedrückten Stimmung und einer schwerwiegenden, krank machenden Depression liegen Welten.


Die Depression darf niemand auf die leichte Schulter nehmen. Sie kann eine lebensbedrohliche Krankheit werden. Immerhin leiden in Deutschland schätzungsweise vier Millionen Menschen unter dieser Krankheit.

Was depressive Patienten fühlen und erleben, das können Gesunde nur schwer nachvollziehen, sagt Dr. Peter Frey, Leiter der Depressionsambulanz an der Uniklinik Frankfurt: "Man kann vielleicht die Depression, wenn sie sozusagen normal ist, mit der Trauer vergleichen. Wenn sie sich vorstellen, ihr Ehepartner ist gestorben, dann reagieren sie mit den Symptomen, die wir sonst auch in der Depression sehen. Aber das ist was ganz normales, man würde also erwarten, dass sie so reagieren."

Echte Depressionen treten plötzlich ohne Anlass auf

Bei solchen reaktiven Depressionen, die nach dem Verlust eines geliebten Menschen auftreten, ist ja die Ursache bekannt. Depressionen im eigentlichen Sinn aber treten plötzlich ohne äußeren Anlass auf, von einem Tag auf den anderen Tag erfasst die Betroffenen eine tiefe Traurigkeit, die sie buchstäblich lähmt, erklärt Dr. Fey: "Depression beginnt z.B. damit, dass man schlechte Stimmung hat, ständig weinen muss. Es kann sich aber auch durch Schlafstörungen ausdrücken, durch körperliche Beschwerden, durch Konzentrationsstörungen, durch Vergesslichkeit, durch Unwohlsein, es kann also die verschiedensten Symptome zeigen."


Wenn das Leben entgleitet

Eben weil diese Beschwerden so wenig typisch sind, ist es so schwer, die Depression zu erkennen. Für Ärzte und auch für Angehörige. Zunehmend aber entgleitet den Depressiven ihr Leben, sie schaffen die tägliche Arbeit nicht mehr, verlassen kaum noch das Haus, selbst für das Aufstehen aus dem Bett fehlt ihnen die Energie, so der Psychiater und Psychotherapeut Dr. Peter Frey: "Das krasseste Beispiel, was ich hier mal erlebt habe, ist, dass bei einem Patienten mal der geliebte Hund gestorben wäre, weil die Energie nicht gereicht hat, die vorhandenen Dosen Hundefutter zu öffnen."

Betroffene brauchen Hilfe

Die genaue Ursache von Depressionen kennt man noch nicht. Teilweise wird die Neigung vererbt, finden sich Störungen bei den Botenstoffen im Gehirn. Depressionen können als Nebenwirkung von Medikamenten auftreten, oder durch andere, internistische Krankheiten ausgelöst werden. Fatal aber ist, dass sich die Betroffenen meist nicht selber helfen können, sagt der Experte: "Und es ist ganz richtig, dass eben oft dann solche Menschen nicht mehr die Energie haben, einen Arzt aufzusuchen, oder sich adäquat behandeln zu lassen. Da ist es eben dann wichtig, dass Angehörige darauf drängen und es eben nicht tabuisieren, und es eben nicht verschweigen, sondern je frühzeitiger man behandelt, desto leichter ist es meistens zu behandeln."

Schwere Depressionen müssen vom Fachmann behandelt werden

Tritt die Depression nach dem Verlust eines geliebten Menschen auf, dann lässt sie sich oft schon mit Johanniskraut, oder milden Schlaf- und Beruhigungsmitteln wie Baldrian behandeln. Manche Menschen leiden auch besonders in den dunklen Wintermonaten unter einer depressiven Verstimmung. Hier hat sich die Therapie mit Licht, das in seinem Spektrum dem Tageslicht in den Sommermonaten gleicht, bewährt. Schwere Depressionen aber gehören in die Hände eines Facharztes, und müssen zumindest zu Beginn oft mit starken, antidepressiv wirkenden Medikamenten behandelt werden.

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Adressen und Broschüren
Klinikum der Universität Frankfurt/Main
Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie
Institutsambulanz
Heinrich-Hoffmannstr. 10
60528 Frankfurt/Main
Tel. 069 – 6301 5079

Depression – ein Ratgeber
herausgegeben vom:
Forum für seelische Gesundheit
Psychiatrische Klinik der Universität Mainz
Untere Zahlbacher Straße 8
55131 Mainz
Tel.: 06131 - 28 07 51


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