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 Betreff des Beitrags: Die drei ??? und der Super-Papagei 002
BeitragVerfasst: 23. Nov 2017, 00:51 
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Der neueste Auftrag der drei ??? hört sich alles andere als aufregend an. Sie sollen den entflogenen Papagei eines Schriftstellers wiederfinden. Doch kaum beginnen sie mit ihren Ermittlungen, da scheint sich auch noch ein jähzorniger Kunsthändler für den Papageien zu interessieren. Bald geht es nicht nur um einen, sondern um insgesamt 7 Papageien und jeder von ihnen zitiert seltsame Sprüche. Sind die Rätselsprüche der Schlüssel zu einem Geheimnis? Plötzlich ist auch noch ein berühmter Kunstdieb den drei Detektiven auf den Fersen. Als sich die Ereignisse zu überschlagen drohen, kommt es mitten in der Nacht zum großen Finale auf einem alten Friedhof...


Leseprobe:

Kommenden. »Mensch, Just!« sagte Peter leise. "Wir ziehen los, um einen verschwundenen Papagei zu suchen. Und bevor wir noch im Haus sind, schreit jemand um Hilfe! Ich hoffe nur, daß das nicht schon wieder ein komplizierter Fall wird."
"Im Gegenteil", widersprach sein stämmiger Freund flüsternd, "es fängt doch recht aussichtsreich an. Nun scheint sich alles wieder beruhigt zu haben. Wir sollten mal zum Haus hingehen und nachschauen, was da los ist."
"Zu diesem Haus zieht es mich aber gar nicht hin", gestand Peter. "Es sieht aus, als hätte es lauter verschlossene Räume, die man besser nicht betritt."
"Ein ausgezeichneter Vergleich", fand Justus. "Denk dran, daß wir ihn an Bob weitergeben, wenn wir wieder in der Zentrale sind." Bob Andrews, der Dritte im Bunde, war für die Aktenführung verantwortlich und für besondere Ermittlungen zuständig.
Justus begann sich zum Haus hinzuschleichen. Kein Blatt regte sich, als er sich vorsichtig zwischen Büschen und Blütenstauden hindurchschlängelte. Auf der anderen Seite des Kiespfads hielt sich Peter auf gleicher Höhe. Sie waren noch etwa dreißig Meter vom Haus entfernt, als Peter einen seiner Fußknöchel festgehalten fühlte und zu Boden stürzte. Als er sich loszureißen versuchte, packte die unsichtbare Hand noch fester zu und zerrte heftig, an seinem Bein. Flach auf dem Bauch hingestreckt, konnte Peter nicht sehen, wer oder was ihn da im Griff hatte.
"Just!" keuchte er. "Irgendwas hält mich fest!"
Trotz seiner gedrungenen Statur bewegte sich Justus recht flink. Noch vor Peters letztem Wort war er praktisch mit einem Satz über dem Weg und an Peters Seite.
"Was ist das denn?" stöhnte Peter hilflos und äugte zu seinem Gefährten hinauf. "Da zerrt was an mir. Ist es eine Boa constrictor? Hier in diesem Dschungel wäre das ja kein Wunder."
In Justs rundes, aufgewecktes Gesicht war ein ungewohnt ernster Zug getreten.
"Es tut mir außerordentlich leid, Peter", sagte er, "aber du bist einem außergewöhnlich bösartigen Exemplar der vitis vinifera in die Fänge geraten."
"So tu doch was!" ächzte Peter. "Befrei mich von dieser vitis was weiß ich!"
"Zum Glück habe ich mein Messer", sagte Justus. "Ich werde mein Bestes tun."
Er zog sein kochgeschätztes Schweizer Messer mit den acht Klingen hervor. Dann faßte er nach Peters Bein. Peter hörte, wie er mehrmals heftig das Messer irgendwo durchzog. Der Griff um seinen Knöchel lockerte sich. Sofort rollte sich Peter zur Seite und sprang auf die Füße.
Hinter ihm steckte Justus mit breitem Grinsen sein Messer wieder ein. Dicht über dem Boden federten die beiden kräftigen Enden einer wittendurchgehauenen Rebenranke auf und nieder. "Du hattest dich mit dem Fuß in einer Ranke von wildem Wein verfangen", erklärte Justus. "Je mehr du zerrtest, um freizukommen, um so kräftiger zog die Ranke zurück. Es war gewissermaßen ein fairer Kampf. Keiner der Beteiligten benutzte seinen Verstand. Die Rebe hat keinen, und bei dir hatte Panik die Vernunft ausgeschaltet."
In diesem Stil redete Justus fast immer. Peter hatte sich mittlerweile daran gewöhnt.
"Ist ja gut", meinte Peter kleinlaut. "Panik, das war's. Ich dachte wohl noch an den Hilferuf von vorhin."
"Panik ist gefährlicher als die Gefahr an sich", dozierte Justus. "Furcht beraubt den Menschen seiner Fähigkeit, vernünftige Entscheidungen zu treffen. Sie zerstört – zerstört... Ha!"
Urplötzlich war er blaß geworden, seine Augen traten hervor, sein Mund stand offen. Er sah aus, als hätte er hinter Peters Rücken etwas erblickt.
"Du bist ein guter Schauspieler, Just", sagte Peter. "So echt hat mir noch niemand das Fürchten vorgespielt. Aber was meinst du, sollten wir nicht jetzt –"
Da drehte er sich um und sah das, was auch Justus sah. Das Wort blieb ihm in der Kehle stecken.
Justs Entsetzen war nicht gespielt. Der sehr dicke Mann, der da mit einer großen altmodischen Pistole in der Hand ihnen gegenüberstand, würde jedermann Entsetzen eingejagt haben.
Der dicke Mann trug eine Brille, deren Gläser ihm große runde Glotzaugen wie die eines riesigen Fisches verliehen. Das Sonnenlicht spiegelte sich in den Gläsern, und das sah aus, als sprühten die Augen dahinter Blitze.
"So, ihr Burschen", sagte der dicke Mann und hob die Pistole kurz an. "Ins Haus mit euch, dann werden wir ja sehen, was ihr im Schilde führt. Los, marsch!"
Mit widerwilligem Schritt und trockenem Mund schleppten sich Peter und Justus vor dem Mann über den Kiesweg zu dem düsteren, verfallenen alten Haus hin.
"Lauft mir ja nicht weg!" warnte sie der Dicke. "Ihr würdet es bereuen."

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Wo Mutterhände liebevoll walten, bleibt das Glück im Haus erhalten


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