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 Betreff des Beitrags: Die drei ??? und das Gespensterschloß 001
BeitragVerfasst: 23. Nov 2017, 00:33 
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Unsere drei Helden aus Rocky Beach übernehmen ihren ersten Fall.
Alfred Hitchcock sucht für einen Gruselfilm ein geeignetes Spukschloss. Doch kaum haben die drei Detektive ein passendes Schloss gefunden, stecken sie auch schon mitten drin in einem neuen Fall. Ein anonymer Anrufer versucht krampfhaft, die drei Jungen vom Schloss fern zu halten. Mysteriöse Ereignisse, wie ein blaues Phantom, das Nachts auf einer Orgel spielt, lassen nicht nur Peter die Haare zu Berge stehen und erschweren die Nachforschungen. Zudem versucht ihr Erzfeind Skinny Norris ihnen das Leben schwer zu machen und schikaniert Justus, Bob und Peter wo er nur kann. Die Ermittlungen führen sie auf die Spur eines verstorbenen Stummfilmstars, der das Schloß einst verfluchte. Wird es ihnen gelingen, das Geheimnis des Gespensterschloßes aufzuklären?



Leseprobe:

Bob Andrews stellte sein Fahrrad vor dem Haus seiner Eltern in Rocky Beach ab und ging hinein. Als die Haustür ins Schloß fiel, rief seine Mutter von der Küche her: "Robert? Bist du das?"
"Ja, Mama." Bob kam an die Küchentür. Seine Mutter, braunhaarig und schlank, war gerade beim Kuchenbacken.
"Wie war's in der Bücherei?"
"Wie immer", sagte Bob. Aufregend war die Sache schließlich noch nie gewesen. Er half stundenweise in der Bücherei aus; sortierte zurückgegebene Bücher, stellte sie ins Regal und ordnete neue Bände nach Sachgebieten.
"Dein Freund Justus hat angerufen." Die Mutter rollte den Kuchenteig auf dem Backbrett aus. "Ich soll dir etwas ausrichten."
"Etwas ausrichten?" rief Bob plötzlich aufgeregt. "Was denn?" "Ich hab's mir aufgeschrieben - der Zettel ist in meiner Tasche. Wenn ich mit dem Teig fertig bin, kann ich ihn dir zeigen." "Weißt du nicht auswendig, was er wollte? Vielleicht braucht er mich!"
"Eine gewöhnliche Mitteilung könnte ich schon behalten", antwortete seine Mutter, "aber Mitteilungen von Justus sind nie gewöhnlich. Es war etwas Merkwürdiges."
"Justus drückt sich gern merkwürdig aus." Bob zwang sich, ruhig zu bleiben. "Er hat unheimlich viel gelesen. Manchmal kann man ihm nicht gleich folgen."
"Nicht nur manchmal", entgegnete die Mutter. "Er ist überhaupt ein sonderbarer Junge."
"Ich würde sagen: Er ist uns allen über", erkläte Bob. "Mama, kannst du nicht jetzt den Zettel rausholen?"
"Gleich", sagte Mrs. Andrews und rollte den Teig noch dünner aus. "Übrigens, was stand da gestern in der Zeitung - von einem Luxusauto, in dem Justus einen Monat lang fahren darf?"
"Das war ein Preisausschreiben von einer Mietwagenfirma", erklärte Bob. "Sie stellten in einem Schaufenster einen großen Topf mit Bohnen aus. Wer möglichst genau erraten konnte, wie viele Bohnen drin waren, sollte den Rolls-Royce mit Chauffeur dreißig Tage lang bekommen. Justus rechnete drei Tage lang, bis er heraus hatte, welchen Rauminhalt 'so ein Topf hat und wie viele Bohnen darin Platz haben. Und damit hatte er gewonnen. – Mama, bitte, kann ich jetzt den Zettel haben?"
"Na schön." Bobs Mutter wischte sich das Mehl von den Händen. "Aber was fängt Justus bloß mit einem Rolls-Royce und einem Chauffeur an, und wenn's auch nur für dreißig Tage ist?"
"Ja, weißt du, das haben wir uns so gedacht –" fing Bob an, aber seine Mutter hörte schon nicht mehr zu.
"Was man heutzutage nicht alles gewinnen kann!" sagte sie. "Kürzlich las ich von einer Frau, die bei einem Wettbewerb im Fernsehen eine Motoryacht gewonnen hat. Sie lebt in den Bergen und wird bestimmt noch verrückt, weil sie nichts damit anfangen kann." Während sie redete, zog sie ein Stück Papier aus der Tasche. "Hier ist deine Nachricht", sagte sie. "Sie lautet: Grünes Tor, Römisch Eins. Die Maschine läuft."
"Mensch! Danke, Mama", rief Bob und war schon beinahe draußen, als die Mutter ihn zurückrief.
"Robert, was um Himmels willen bedeutet das? Hat Justus die Nachricht irgendwie chiffriert?"
"Gar nicht, Mama. Der Text ist ganz klar und eindeutig. Du, ich hab's eilig."
Bob stürzte aus der Tür, schwang sich auf sein Rad und fuhr los, zur Firma Gebrauchtwaren-Center T. Jonas.
Beim Radfahren behinderte ihn der Gips an seinem Bein kaum noch. Er hatte sich den "Orden" verdient, wie es Dr. Altman nannte, als er törichterweise ganz allein einen der Berge von Rocky Beach erklimmen wollte. Rocky Beach liegt in einer Ebene, begrenzt vom Meer auf der einen und einer Bergkette auf der anderen Seite. »Berge« ist ein wenig zu hoch gegriffen, aber Hügel von recht ansehnlicher Größe sind es schon. Bob war den Abhang fast zweihundert Meter hinuntergerollt und hatte ein Bein mehrfach gebrochen — ein neuer Rekord, wie man ihm im Krankenhaus bescheinigte. Dr. Altman sagte aber, irgendwann werde der Gips abgenommen, und dann werde Bob gar nicht mehr daran denken. Obwohl der Gips manchmal lästig war, fühlte sich Bob die meiste Zeit kaum behindert.
Als Bob die Innenstadt hinter sich gelassen hatte, war es nicht mehr weit bis zum »Gebrauchtwaren-Center T. Jonas«. Einst hatte die Firma »Schrotthandel Jonas« geheißen, bis Justus seinen Onkel davon überzeugt hatte, daß der Name geändert werden müsse. Jetzt gab es dort außer Schrott und Altmaterial mancherlei Ausgefallenes, und die Leute kamen von weit her, wenn sie etwas brauchten, was anderswo nicht aufzutreiben war.
Für einen Jungen war das Warenlager ein Paradies. Schon der Bretterzaun, der das Anwesen umgrenzte, verriet dessen ungewöhnlichen Charakter. Titus Jonas hatte den Zaun mit billig eingehandelter Farbe kunterbunt gestrichen. Ein paar ortsansässige Künstler hatten ihm dabei geholfen, denn Mr. Jonas schenkte ihnen häufig Material, das sie gebrauchen konnten.
Die ganze Front war mit Bäumen, Blumen, grünen Teichen und Schwänen bemalt, und auch eine Meerlandschaft war zu sehen. Auf den Seiten prangten wieder andere Bilder. Sicherlich war es das farbenfroheste Altwarenlager weit und breit.
Bob fuhr am Haupteingang vorbei, der aus den gewaltigen Eisentoren eines abgebrannten Gutshofs bestand. Fast hundert Meter weiter, bei der Ecke, wo der Zaun einen grünen Ozean und eine hilflos im tosenden Sturm tanzende Zweimastbark zeigte, hielt er an und stieg ab. Hier waren die beiden grünen Planken, die Just zu einem privaten Eingang umgebaut hatte - Grünes Tor I. Bob drückte auf das Auge eines Fisches, der aus den Wogen das sinkende Schiff betrachtete, und die Bretter schwangen zur Seite.

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Wo Mutterhände liebevoll walten, bleibt das Glück im Haus erhalten


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